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22.04.2017

Alkoholkosum: der fließende Übergang eines nicht ganz klaren Konsummittels - Eine kostenfreie Informationsveranstaltung

 

Stellen Sie sich folgendes Gedankenspiel vor:

Jemand lädt Sie zu einem Dinner ein, die Stimmung ist besinnlich, Kerzen, Kamin, schöne Musik. Dieser jemand bietet Ihnen an, ein Gift zu trinken, ein zartes, süßliches natürlich - keine Sorge. Es wird Ihre Stimmung heben, Sie werden lachen, irgendwann wird es Ihre Sprache etwas sperriger machen, das Gehen wird schwerfallen, Sie können sich womöglich am nächsten Morgen nicht mehr an die Details des Abends erinnern - und Ihr Schädel donnert gewaltig. Stellen Sie sich jetzt bitte noch vor, Sie müssten dieses Gift im Laden kaufen und selbst zur Einladung mitbringen. Unsinnig, nicht wahr? Wer würde das machen?

Nun, die Antwort ist einfach: Viele.

Alkohol hat zwei Seiten. Die gute Seite beginnt wie hier mit einem Drink, alle lachen, man wird locker, die Geschichte am Tisch immer lustiger. Die Freude kommt durch zwei Glückshormone, die beim Trinken vermehrt ausgeschüttet werden: Dopamin und Endorphin. Sie machen die Welt bunt und die Muskeln locker, die Folge sind Euphorie und körperliche Aktivität. Doch mit steigender Dosis kehrt sich der Effekt um, es folgen Müdigkeit, Benommenheit und Probleme mit der Motorik. Sie werden unkonzentriert, der Blick wird schwammig, die Füße laufen nicht mehr dorthin, wohin sich Ihr Blick richtet. Soviel trinken, bis man sich locker und witzig fühlt, und dann ist aber gut, das wäre schön, doch leider ist der Körper ein System, das stets nach dem Ausgleich strebt. Sie müssten also, um Ihren "sweet spot" zu halten, genauso viel nachkippen, wie verloren geht. Eine mühsame Aufgabe, und ungesund obendrein, denken Sie an die vielen Überstunden in Ihrer Leber.“ (Hütten, F. in: Sueddeutsche Zeitung, 2017)

Die Sueddeutsche Zeitung befasst sich im obigen Gedankenspiel mit dem Paradoxon unseres Konsums im Alltag. Dennoch ist das Getränk kaum aus dem Alltag der Menschen wegzudenken. Alkohol in Massen: ein Gift. In Maßen: Genussmittel und vielleicht auch ein Stück weit gut für den Körper. Doch wo liegt tatsächlich der Übergang von verträglicher Dosis zu schädlichem oder gar missbräuchlichem Konsum? Trauen Sie sich eine verlässliche Stellungnahme dazu zu? Warum trinken Menschen überhaupt Alkohol? Was bewegt sie  bewusst und unbewusst dazu? Dass Alkohol auf der Arbeit wenig zu suchen hat, beweist nicht nur der Vorfall bei BMW, bei dem, vor kurzer Zeit in München, zwei alkoholisierte Arbeitnehmende das Band 40 Minuten lahm legten. Aber warum trinken Mitarbeitende überhaupt bei der Arbeit?

Unser Institut für Arbeitsfähigkeit nimmt an der bundesweiten „Aktionswoche Alkohol“ teil und lädt in diesem Rahmen am 17. Mai zur kostenfreien Informationsveranstaltung „Alkohol am Arbeitsplatz und in der Lebenswelt“ ein. Tauschen Sie sich mit anderen Teilnehmenden und uns zu diesem Thema aus. Erfahren Sie außerdem wissenschaftliche Erkenntnis zu den Ursachen missbräuchlichen Alkoholkonsums und betrachten Sie mit uns Möglichkeiten, wie der Alkoholkonsum in Betrieben nachhaltig verringert werden kann.

Anmeldung und weitere Informationen unter: Institut für Arbeitsfähigkeit: kostenfreie Informationsveranstaltung "Alkohol am Arbeitsplatz und in der Lebenswelt"

 

Quellen:

-Spiegel Online, Betrunkene BMW-Arbeiter legen Fließband still, 20.03.2017.Verfügbar unter:  http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/bmw-betrunkene-arbeiter-legen-produktion-in-muenchen-still-a-1139561.html   

- Hütten, F. in: Sueddeutsche Zeitung, Warum Alkohol erst glücklich macht - und dann Kopfweh,
20. 01.2017, Verfügbar unter: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/sucht-warum-alkohol-erst-gluecklich-macht-und-dann-kopfweh-1.3337258

- Bartens, W. Erlösung vom Stress, In: Süddeutsche Zeitung, 14.01. 2015. Verfügbar unter: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/alkohol-und-arbeit-erloesung-vom-stress-1.2302354    

- Alkohol macht schlau, Fokus online, 02.08.2004. Verfügbar unter: http://www.focus.de/gesundheit/news/genussmittel_aid_85087.html  

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