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Arbeitsfähigkeitscoaching (AFCoaching)

Seit der gesetzlichen Verankerung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) in 2004 stehen die deutschen Betriebe vor der Herausforderung, geeignete strukturelle Voraussetzungen und Abläufe für diesen Prozess zu verankern (für die rechtlichen Grundlagen des BEM in Deutschland vgl. in diesem Band den Beitrag von Prümper & Schmidt-Rögnitz, 2015). Ähnlich ist die Situation in Österreich: Zwar haben dort die Betriebe keine vergleichbare gesetzliche Pflicht zu einem BEM, jedoch wird die Notwendigkeit zunehmend erkannt. Darüber hinaus zeigen eine Reihe von gesetzlichen Grundlagen, dass das Thema Arbeitsfähigkeit wiederher-stellen, erhalten und fördern auch von gesetzgeberischer Seite an Bedeutung gewinnt (vgl. in diesem Band den Beitrag von Praher & Pohl, 2015).Dabei existiert kein Königsweg. Um ein erfolgreiches BEM zu implementieren, ist es notwendig, auf vorhan-dene Strukturen, Abläufe und kulturelle Faktoren des jeweiligen Unternehmens aufzubauen, damit der Prozess nicht nur definiert, sondern auch „gelebt“ werden kann. Das Arbeitsfähigkeitscoaching (AFCoaching) wird dieser Forderung gerecht, in dem es als Rahmenkonzept entwickelt wurde, das auf die jeweilige Situation des Unternehmens angepasst wird (vgl. Liebrich, Giesert & Reuter, 2011; Liebrich & Reuter, 2012; Reuter, Giesert & Liebrich, 2012). Es basiert auf dem finnischen Arbeits-fähigkeitskonzept (vgl. Ilmarinen & Tempel, 2002).

Um den Prozess des BEM im Unternehmen nachhaltig zu verankern, verfolgt das AFCoaching einen Drei- Ebenen-Ansatz:

Betriebliche Ebene: Es werden Strukturen angestrebt, um das Handlungsfeld BEM im Betrieblichen Gesundheitsmanagement mit den weiteren Bereichen Betrieblicher Arbeitsschutz und Betriebliche Gesund-heitsförderung fest zu verankern. Ein umfassender Datenschutz, der den betrieblichen AkteurInnen Hand-lungssicherheit gibt und eine Vertrauenskultur beim Umgang mit sensiblen Daten schafft, ist als wichtiges Element zu gewährleisten.

Überbetriebliche Ebene: Die Etablierung eines BEM-Unterstützungsnetzwerks dient der Prozessoptimierung an der Schnittstelle zu externen AkteurInnen (z. B. Integrationsämter, Krankenkassen, Rentenversicherer).

Individuelle Ebene: Das AFCoaching unterstützt BEM-Berechtigte in ihrer aktiven Rolle bei der Wieder-herstellung, dem Erhalt und der Förderung ihrer Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit. Kernstück ist die gemeinsame Entwicklung von Maßnahmen mit den BEM-Berechtigten und den betrieblichen AkteurInnen (z. B. Führungskräfte und Interessensvertretung), damit sie in ihrer Umsetzung der betrieblichen Realität entsprechen. Die gezielte Einbindung wichtiger AkteurInnen – insbesondere der BEM-Berechtigten selbst – in die Entscheidungsprozesse der Eingliederung, macht das AFCoaching zu einem echten partizipativen Ansatz, welcher die gesetzliche Forderung nach „Beteiligung der betroffenen Person“ in die Praxis umsetzt.

Hier finden Sie den Link zur Grundlagenschulung des Arbeitsfähigkeitscoachings.

Haben Sie Fragen? Gerne beraten wir Sie auch persönlich:

Tobias Reuter: tobias.reuter@arbeitsfaehig.com

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Kontakt Marianne Giesert Prof. Dr. Anja Liebrich Tobias Reuter