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Arbeitsfähig in die Zukunft

Konzept der Arbeitsfähigkeit

Was ist Arbeits(bewältigungs)fähigkeit?

"Arbeitsfähigkeit" beschreibt, inwieweit Arbeitsnehmer/-innen in der Lage sind, ihre Arbeit angesichts der Arbeitsanforderungen, Gesundheit und mentalen Ressourcen zu erledigen. Zwei Komponenten bestimmen die Arbeitsfähigkeit:

  • die individuellen Ressourcen der Arbeitnehmer/-innen (körperliche, mentale, soziale Fähigkeiten, Gesundheit, Kompetenz, Werte) sowie
  • die Arbeit (Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, soziales Arbeitsumfeld, Führung).


Ein WAI-Wert steht immer für das Ausmaß der Übereinstimmung also die Balance dieser beiden Komponenten.

Warum ist Arbeits(bewältigungs)fähigkeit wichtig?

 Arbeitsfähigkeit ist von großer Relevanz für

  • Erwerbstätige: Eine gute Arbeitsfähigkeit ist eine wesentliche Grundlage für das Wohlbefinden des Einzelnen
  • Betriebe: Die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten entscheidet mit über Leistung, Produktivität und Innovationsfähigkeit von Unternehmen.
  • Gesellschaft: Die Arbeitsfähigkeit der Erwerbstätigen eines Landes oder einer Region hat wesentliche Auswirkungen auf die Balance der sozialen Sicherungssysteme.

Sie ist die Voraussetzung für die Beschäftigungsfähigkeit der Bevölkerung.

Arbeitsfähigkeit und Alter

Finnische Längsschnittstudien haben gezeigt,

  • dass Arbeitsfähigkeit eine Ressource ist, die auch in höherem Alter noch steigerbar ist, auch in körperlich belastenden Berufen,
  • dass sich Personen gleichen kalendarischen Alters sehr stark hinsichtlich ihrer Arbeitsfähigkeit unterscheiden können.
 
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Abb.2: WAI-Werte bei Beschäftigten in einem mittelgroßen Unternehmen in Deutschland nach Alter, 2003.
 

Daraus folgt, dass (betriebliche) Präventionsarbeit nicht mittels Gießkannenprinzip auf alle älteren Beschäftigten erfolgen kann. Präventionsarbeit muss immer auch eine individuenzentrierte Komponente haben.

Konzept der Arbeitsfähigkeit

Die betrieblichen und individuellen Auswirkungen einer ganzheitlichen betrieblichen Betrachtung der Arbeitsfähigkeit sind im „Konzept der Arbeitsfähigkeit“ skizziert. Demnach ist die nachhaltige Förderung der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten das Resultat von Präventionsmaßnahmen in vier Handlungsfeldern:

  • die individuelle Gesundheit,
  • den Arbeitsinhalt und die Arbeitsumgebung,
  • Aspekte der Arbeitsorganisation und Führung sowie
  • die professionelle Kompetenz der Arbeitnehmer/-innen.
 
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Abb.1: „Konzept der Arbeitsfähigkeit“ als Modell der Förderung der Arbeitsfähigkeit – die vier Handlungsfelder der Prävention (modif. nach Ilmarinen & Tempel, 2002, Arbeitsfähigkeit 2010).
 

Das Führungsverhalten hat nach finnischen Beobachtungen den größten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Gefolgt von Maßnahmen der Arbeitsgestaltung und der Arbeitsorganisation bis zur individuellen Gesundheitsförderung.

Nachhaltige Erfolge zur Erhöhung des WAI werden nach Ilmarinen & Tuomi (2003) vor allem dann erzielt,

  • wenn Maßnahmen kontinuierlich erfolgen (als Prozess),
  • wenn die Präventionsansätze „multidimensional“ sind, d. H. wenn gleichzeitig auf mehreren der vier Handlungsfelder interveniert wird.

Der WAI ist in engem Zusammenhang mit dem Konzept der Arbeitsfähigkeit anzuwenden.

 
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Abb. 2: Entwicklung der Arbeitsfähigkeit (WAI) bei unterschiedlichen Präventionsansätzen (modifiziert nach RICHENHAGEN, 2003).