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Arbeitsfähig in die Zukunft

Was sagen die Ergebnisse des WAI?

 Ein hoher WAI-Wert bedeutet, dass die vielfältigen individuellen Voraussetzungen des Beschäftigten mit den verschiedenen Arbeitsanforderungen in Einklang stehen. Ein niedriger WAI zeigt dagegen ein Missverhältnis zwischen den Arbeitanforderungen und Bedingungen auf. Darüber hinaus weist er auf ein erhöhtes Risiko für den vorzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben hin.


 

 

Wann ist ein WAI-Wert „niedrig“?

 Zur Beurteilung der WAI-Werte sind Vergleichswerte hilfreich, die in Bezug auf Tätigkeit und Alter vergleichbar sind. Der WAI ermöglicht Vergleichsmöglichkeit zwischen z.B.

  • Altersgruppen (in der deutschen Bevölkerung)
  • Abteilungen innerhalb eines Betriebes,
  • Betrieben,
  • Branchen,
  • Ländern,
  • WAI-Kategorien (Finnland).

Durch solche Vergleiche erhalten die einzelnen Ergebnisse mehr Bedeutung und der jeweilige Interventionsbedarf kann besser eingeschätzt werden.


WAI-Werte können aus folgenden Perspektiven betrachtet werden:
 


 

 

A) Vergleich zur Bevölkerung

 Durch den Vergleich des WAI-Wertes mit der eigenen Altersgruppen in der Bevölkerung lässt sich erkennen, inwieweit die eigene Arbeitsfähigkeit von der Norm abweicht. Die Verteilung der deutschen WAI-Werte in der deutschen erwerbstätigen Bevölkerung auf der Basis der aktuellen Daten im deutschen Referenzdatensatz wiedergegeben (Stand 01/2007, ca. 8000 Personen, Datensatz ist noch nicht repräsentativ für die deutsche Erwerbsbevölkerung).


 

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Abb. 1: Verteilung des WAI nach Alter. Grundlage ist der deutsche WAI-Referenzdatensatz (Stand Januar 2010, N0X)

 

Als Netzwerkmitglied können Sie kostenlos Referenzdaten erhalten, wenn Sie uns Ihre (anonymisierten Daten) zusenden.


 

 

B) Vergleich mit einer definierten Gruppe

 Der Vergleich von definierten Gruppen kann dort sinnvoll sein, wo systematisch WAI-Daten verschiedener Arbeitsbereiche verglichen Werten.

 

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Abb. 2: Beispiel des WAI-Verlaufs in verschiedenen Abteilungen


 

 

C) Vergleich mit den (finnischen) WAI-Kategorien

 Die häufigste Einordnung der WAI-Werte erfolgt an den von finnischen Forschern in den 1990er Jahren vorgegebenen WAI-Kategorien (Abb. 3). In Abhängigkeit von der erreichten Kategorie werden gemäß finnischen Empfehlungen unterschiedliche Präventionsziele definiert.

 

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Abb. 3. :Kategorien des Work Ability Index mit Empfehlungen für Maßnahmen.


 

 

D) Vergleich mit Vormessungen (Längsschnitt)

 Der Vergleich mit Vorerhebungen eignet sich zur Abschätzung des Erfolgs von durchgeführten Maßnahmen (Evaluation von Interventionsmaßnahmen). Dies ist sowohl auf individueller Ebene als auch für Gruppen denkbar.

 

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Abb. 4: Fiktives Beispiel des WAI- Verlaufs über 11 Jahre bei einem Arbeitnehmer. Die gepunkteten Linien deuten unterschiedliche mögliche Zukunftsszenarien des WAI-Verlaufs des Arbeitnehmers an.